public:bierwissen:charakteristika

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public:bierwissen:charakteristika [2026/04/13 10:23] – [Aromen] adminpublic:bierwissen:charakteristika [2026/04/21 09:13] (aktuell) – [Bittere] admin
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 Hintergrund dürfte einzig die Kosteneinsparung beim Brauen des Bieres und somit die Erhöhung der Gewinnspanne sein. Die Verbraucher, denen weiter vorgegaukelt wird, dass deutsches Bier ein Naturprodukt höchster Qualitätsmaßstäbe sei, werden dabei mutwillig getäuscht. Hintergrund dürfte einzig die Kosteneinsparung beim Brauen des Bieres und somit die Erhöhung der Gewinnspanne sein. Die Verbraucher, denen weiter vorgegaukelt wird, dass deutsches Bier ein Naturprodukt höchster Qualitätsmaßstäbe sei, werden dabei mutwillig getäuscht.
  
-Wir stellen immer wieder fest, dass viele derjenigen, die unser Bier trinken, Biere dunklerer Farbe meiden. Es wird nach "Hellem" verlangt. Eine traurige Entwicklung. Einerseits ist es für manchen Bierbrauer entmutigend, dass das "Bayrisch Hell" eine solche Beliebtheit erfährt, ein Bier das nur minimal gehopft wird und somit auf die Aromen des Hopfens weitgehend verzichtet. Andererseits glauben viele, dass alle Biere, die dunkler als ein Pils sind automatisch wie Malzbomben schmecken. Ich würde vermuten, dass die meisten Biertrinker in einer Blindverkostung aufgrund des Geschmacks eines Bieres kaum auf dessen Farbe schließen können. Sicher mag das bei einem richtig dunklen Bier anders sein, aber bis hin zu kupferfarbenen Bieren wird kaum jemand den Unterschied bemerken. Ein vollmundiges malzlastiges Bier kann auch richtig hell sein.+Wir stellen immer wieder fest, dass viele derjenigen, die unser Bier trinken, Biere dunklerer Farbe (zunächst) meiden. Es wird nach "Hellem" verlangt. Eine traurige Entwicklung. Einerseits ist es für manchen Bierbrauer entmutigend, dass das "Bayrisch Hell" eine solche Beliebtheit erfährt, ein Bier das nur minimal gehopft wird und somit auf die Aromen des Hopfens weitgehend verzichtet. Andererseits glauben viele, dass alle Biere, die dunkler als ein Pils sind automatisch wie Malzbonbons schmecken. Ich würde vermuten, dass die meisten Biertrinker in einer Blindverkostung aufgrund des Geschmacks eines Bieres kaum auf dessen Farbe schließen können. Sicher mag das bei einem richtig dunklen Bier anders sein, aber bis hin zu kupferfarbenen Bieren wird kaum jemand den Unterschied bemerken. Ein vollmundiges malzlastiges Bier kann auch richtig hell sein.
 ===== Bittere ===== ===== Bittere =====
  
-Auch für die Bittere eines Bieres gibt es eine Maßeinheit. Die IBU (International Bitter Units) bez. in deutsch Bittereinheiten (BE). Maßgeblich für die Bittere eines Bieres sind die Alpha-Säuren des eingesetzten Hopfens. Diese Alpha-Säuren werden beim Hopfen-Kochen in der Würze gelöst. Beim Hopfen wird grob zwischen Bitter- und Aromahopfen unterschieden. Bitterhopfen enthalten einen Alpha-Säure-Gehalt von über 10%. Alpha-Säuren sind kochstabil. D.h. je länger der Hopfen gekocht wird, desto mehr Alpahsäuren werden im Bier gelöst. 1IBU entspricht 1mg/l Alpha-Säure. Ein Pils liegt bei etwa 30-45IBU, ein Helles bei 18-28IBU, IPAs bei 40-70IBU und Altbier bei 25-50IBU. Auch Röstaromen aus speziellen Malzen können ein Bier herb machen, dies spielt aber bez. des IBU Wertes keine Rolle. +Auch für die Bittere eines Bieres gibt es eine Maßeinheit. Die IBU (International Bitter Units) bez. in deutsch Bittereinheiten (BE). Maßgeblich für die Bittere eines Bieres sind die Alpha-Säuren des eingesetzten Hopfens. Diese Alpha-Säuren werden beim Hopfen-Kochen in der Würze gelöst. Beim Hopfen wird grob zwischen Bitter- und Aromahopfen unterschieden. Bitterhopfen enthalten einen Alpha-Säure-Gehalt von über 10%. Alpha-Säuren sind kochstabil. D.h. je länger der Hopfen gekocht wird, desto mehr Alpahsäuren werden im Bier gelöst. 1 IBU entspricht 1mg/l Alpha-Säure. Ein Pils liegt bei etwa 30-45 IBU, ein Helles bei 18-28 IBU, IPAs bei 40-70 IBU und Altbier bei 25-50 IBU. Auch Röstaromen aus speziellen Malzen können ein Bier herb machen, dies spielt aber bez. des IBU Wertes keine Rolle. 
  
 ===== Aromen ===== ===== Aromen =====
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 Geschmack ist nicht messbar, er ist auch individuell und zudem von ein paar Rahmenbedingungen abhängig. Beispielsweise schmecken Sie die Restsüße eines Bieres eher nicht, wenn Sie zuvor ein Honigbrot gegessen haben. Insofern kann Geschmack kein Charakteristikum sein. Trotzdem wird immer wieder der Geschmack eines Bieres oder auch Weines beschrieben um es oder ihn zu charakterisieren. Dabei werden immer wieder bestimmte Begriffe verwendet. Diese versuche ich jetzt mal mit Leben zu füllen, aber auch das ist nicht einfach: Geschmack ist nicht messbar, er ist auch individuell und zudem von ein paar Rahmenbedingungen abhängig. Beispielsweise schmecken Sie die Restsüße eines Bieres eher nicht, wenn Sie zuvor ein Honigbrot gegessen haben. Insofern kann Geschmack kein Charakteristikum sein. Trotzdem wird immer wieder der Geschmack eines Bieres oder auch Weines beschrieben um es oder ihn zu charakterisieren. Dabei werden immer wieder bestimmte Begriffe verwendet. Diese versuche ich jetzt mal mit Leben zu füllen, aber auch das ist nicht einfach:
  
-  * **Vollmundig** -- Vollmundigkeit wird auch mit Reichhaltig im Geschmack beschrieben, was leider kaum weiterhilft um es zu verstehen. Vollmundige Biere sind reich an Aromen, gemeint sind hier allerdings die Aromen der eingesetzten Malze gepaart mit eine spürbaren Restsüße und nicht die Aromen der eingesetzten Hopfensorten. So gilt ein Bockbier als vollmundiger als ein Export und dieses wiederum als vollmundiger als ein Pils. Vollmundige Biere vermitteln ein eher wohliges Gefühl im Mund und sie passen gut zu opulentem Essen.+  * **Vollmundig** -- Vollmundigkeit wird auch mit Reichhaltig im Geschmack beschrieben, was leider kaum weiterhilft um es zu verstehen. Vollmundige Biere sind reich an Aromen, gemeint sind hier allerdings meist die Aromen der eingesetzten Malze gepaart mit eine spürbaren Restsüße und nicht die Aromen der eingesetzten Hopfensorten. So gilt ein Bockbier als vollmundiger als ein Export und dieses wiederum als vollmundiger als ein Pils. Vollmundige Biere vermitteln ein eher wohliges Gefühl im Mund und sie passen gut zu opulentem Essen.
   * **Süffig** -- Der Begriff "Süffig" ist dem Begriff "Vollmundig" vergleichbar und doch nicht identisch. Süffige Biere lassen sich "leicht" trinken, sie leben oft von Restsüsse und Malzaromen eher heller Malze. So gilt ein typisches "Helles" meist als süffig. Ein Hopfen betontes Pale Ale mit reichlich Fruchtaromen wird allerdings ebenfalls als "süffig" empfunden, obwohl es nicht vollmundig, sondern eher trocken ist.   * **Süffig** -- Der Begriff "Süffig" ist dem Begriff "Vollmundig" vergleichbar und doch nicht identisch. Süffige Biere lassen sich "leicht" trinken, sie leben oft von Restsüsse und Malzaromen eher heller Malze. So gilt ein typisches "Helles" meist als süffig. Ein Hopfen betontes Pale Ale mit reichlich Fruchtaromen wird allerdings ebenfalls als "süffig" empfunden, obwohl es nicht vollmundig, sondern eher trocken ist.
   * **Trocken** -- Trocken ist im Grunde das Gegenteil von vollmundig. Ein trockenes Bier weist eine deutliche Bittere und eher wenig Restsüße auf. Ein typisch norddeutsches Pils oder Hopfen betontes Ale mit eher weniger Fruchtaromen werden als trockene Biere bezeichnet.   * **Trocken** -- Trocken ist im Grunde das Gegenteil von vollmundig. Ein trockenes Bier weist eine deutliche Bittere und eher wenig Restsüße auf. Ein typisch norddeutsches Pils oder Hopfen betontes Ale mit eher weniger Fruchtaromen werden als trockene Biere bezeichnet.
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