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public:biere [2026/02/04 10:51] – [Mary Jackson] adminpublic:biere [2026/04/22 12:01] (aktuell) – [Wie brauen wir?] admin
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 Grob eingeteilt geht die obergärige Brausaison etwa von **April bis einschließlich September** und die untergärige dann eben von **Oktober bis einschließlich März**. Ein Bier benötigt vom Brautag bis zum Ausschank ca. 4 bis 8 Wochen um zu gären und zu reifen, die untergärigen eher in Richtung 6 - 8 Wochen, die obergärigen sind schneller fertig. Entsprechend lässt sich abschätzen von wann bis wann wir welche Biere im Ausschank haben. Grob eingeteilt geht die obergärige Brausaison etwa von **April bis einschließlich September** und die untergärige dann eben von **Oktober bis einschließlich März**. Ein Bier benötigt vom Brautag bis zum Ausschank ca. 4 bis 8 Wochen um zu gären und zu reifen, die untergärigen eher in Richtung 6 - 8 Wochen, die obergärigen sind schneller fertig. Entsprechend lässt sich abschätzen von wann bis wann wir welche Biere im Ausschank haben.
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 +Warum wir brauen wie wir brauen und wie die "Großen" brauen (die ganze traurige Wahrheit) zeigt dieses **[[https://www.youtube.com/watch?v=z4mhuxXHD2M|Video]]**.
 ===== Musikempfehlungen beim Brauen? ===== ===== Musikempfehlungen beim Brauen? =====
  
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 Wer Pils sagt, muss auch Export wagen. Gleich der erste Versuch ist absolut gelungen. Das Ergebnis war ein nicht ganz stiltypisches Export. Die Bittere bewegt sich in einem Bereich der sich mit der Bittere milder Pils-Sorten überschneidet. Ex un Hopp könnte also auch als mildes Pils durchgehen. Es hat eine leicht säuerlich frische Note und ist auch ein bisschen fruchtig. Im Vergleich zu seinen traditionellen Verwandten ist es erfrischender und wirkt leichter. Tut ihm gut! Wer Pils sagt, muss auch Export wagen. Gleich der erste Versuch ist absolut gelungen. Das Ergebnis war ein nicht ganz stiltypisches Export. Die Bittere bewegt sich in einem Bereich der sich mit der Bittere milder Pils-Sorten überschneidet. Ex un Hopp könnte also auch als mildes Pils durchgehen. Es hat eine leicht säuerlich frische Note und ist auch ein bisschen fruchtig. Im Vergleich zu seinen traditionellen Verwandten ist es erfrischender und wirkt leichter. Tut ihm gut!
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 +Musikempfehlung: **Zeltinger Band Live** - Am Besten: "Asi mit Niwoh"
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 +==== Ex un Hopp M ====
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 +^ Typ         | **[[public:bierwissen:stile#export|Export]]**  |
 +^ Gärtyp      | untergärig                                     |
 +^ Stammwürze  | 13,0°P  bis 13,5°P                             |
 +^ Bittere     | 28 bis 30 IBU                                  |
 +^ Farbe       | 13 bis 17 EBC / strohgelb bis goldgelb         |
 +^ Alkohol     | min. 5,0%vol                                   |
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 +**Malze:** Wiener Malz, Karamellmalz Pils
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 +**Hopfen:** Magnum, Hallertauer Mittelfrüh, Citra, Mandarina Bavaria
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 +**Hefe:** LalBrew Diamond Lager
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 +Aus einer Laune heraus, beim gemütlichen Feierabendbier in der Brauerei kam der Gedanke auf wie denn wohl ein traditionelles Export schmecken würde wenn man es so gar nicht traditionell hopft.
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 +Die Antwort ist einfach: Es schmeckt super!
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 +Wir haben unserem traditionellen Export einfach ein bisschen Citra und viel Mandarina Bavaria gegönnt und auf die traditionelle Hallertauer Perle verzichtet. Seit dem brauen wir im Grunde nur noch die "M" Variante.
  
 Musikempfehlung: **Zeltinger Band Live** - Am Besten: "Asi mit Niwoh" Musikempfehlung: **Zeltinger Band Live** - Am Besten: "Asi mit Niwoh"
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 **Hefe:** Fermentis Saflager W-34/70 oder Lalbrew Diamond Lager **Hefe:** Fermentis Saflager W-34/70 oder Lalbrew Diamond Lager
  
-Traditionelle fränkische, respektive Nürnberger Rotbiere sind eine sehr leckere regionale Spezialität. Diese nachzubrauen bzw. zu interpretieren ist mehr als einen Versuch wert. Das ist leider weit schwieriger als gedacht, vor allem da sich die bekannten Vorlagen von Tucher, von Schanzenbräu, der Veldensteiner Brauerei oder vor allem der Nürnberger [[https://hausbrauerei-altstadthof.de/|Hausbrauerei im Altstadthof]] so deutlich voneinander unterscheiden, dass es schwierig ist seine eigene Vorliebe zu finden und es hinzubekommen.+Traditionelle fränkische, respektive Nürnberger Rotbiere sind eine sehr leckere regionale Spezialität. Diese nachzubrauen bzw. zu interpretieren ist mehr als einen Versuch wert. Das ist leider weit schwieriger als gedacht, vor allem da sich die bekannten Vorlagen von Tucher, von Schanzenbräu, der Veldensteiner Brauerei oder vor allem der Nürnberger [[https://hausbrauerei-altstadthof.de/|Hausbrauerei im Altstadthof]] so deutlich voneinander unterscheiden, dass es schwierig ist seine eigene Vorliebe zu finden und es hinzubekommen.{{ :public:valentinus_hase.png?400 |Valentinus}}
  
 ...nach ein paar Versuchen ist "Valentinus" zu einem sehr leckeren Bier geworden. ...nach ein paar Versuchen ist "Valentinus" zu einem sehr leckeren Bier geworden.
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 Aufgrund der Karamellisierung des Zuckers in der Maische beim Kochen verzichten wir bei diesem Bier auf einen Teil des Karamellmalzes, außerdem haben wir die Stammwürze auf ca. 15°P angehoben, wodurch das Bier ein gutes Stück stärker wird. Sein Alkoholgehalt liegt bei etwa 6 bis 7%vol. Wir brauen es aus technischen Gründen nur auf unserer kleinen Anlage und lassen es in Flaschen nachgären und reifen. Es ist also eine rare und aufwendige Spezialität. Aufgrund der Karamellisierung des Zuckers in der Maische beim Kochen verzichten wir bei diesem Bier auf einen Teil des Karamellmalzes, außerdem haben wir die Stammwürze auf ca. 15°P angehoben, wodurch das Bier ein gutes Stück stärker wird. Sein Alkoholgehalt liegt bei etwa 6 bis 7%vol. Wir brauen es aus technischen Gründen nur auf unserer kleinen Anlage und lassen es in Flaschen nachgären und reifen. Es ist also eine rare und aufwendige Spezialität.
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 +==== Schötter Nachguss ====
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 +^ Typ         | **[[public:bierwissen:stile#helles|Helles]]**  |
 +^ Gärtyp      | untergärig                                                                |
 +^ Stammwürze  | 13,0°P                                                                    |
 +^ Bittere     | 20 IBU                                                                    |
 +^ Farbe       | 13 EBC / Goldgelb                                                         |
 +^ Alkohol     | 5,2%vol                                                                   |
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 +**Malze:** Böhmisches Tennenmalz, Münchner Malz Typ 1, Karamellmalz hell.
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 +**Hopfen:** Hallertauer Hüll Melon und Hallertauer Perle.
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 +**Hefe:** Lalbrew Diamond Lager
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 +Wir wollten im Grunde nie ein "Helles" brauen. Wir, insbesondere ich (Stefan) finden, dass das Helle vor allem die Taschen der großen Brauereien füllt. Das liegt daran, dass dem Biertrinker beim Hellen die kostbarste Bierzutat -- der Hopfen -- weitgehend vorenthalten wird. Das Helle ist durchweg nur sehr schwach gehopft. Dem kann entgegen gehalten werden, dass es beim Hellen ja auch hauptsächlich um die feinen Malzaromen geht. Zugegeben, da ist etwas dran. Probiert man sich allerdings durch das meist weitläufige Sortiment an Hellen bei den hiesigen Getränkehändlern offenbaren sich manche der Biere geschmacklich als leicht malzige Mineralwässer. Es gibt allerdings auch durchaus gut schmeckende Vertreter dieses Bierstils.
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 +Da wir immer wieder auf Helles angesprochen werden, haben wir dem Druck nachgegeben. Mit **Schötter Nachguss** präsentieren wir ein Helles mit "Geschmack". Außer nach feinen Malzen schmeckt unser Helles auch deutlich nach Hopfen. Mit Hallertauer Hüll Melon haben wir einen sehr milden aber wohlschmeckenden Aromahopfen entdeckt der auch dem Malz seinen Freiraum lässt. Es duftet und schmeckt dezent nach Honigmelone. Alles in allem haben wir ein Bier mit Charakter gebraut, ohne den Stil "Helles" zu verraten.
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 +Der Name "Schötter Nachguss" ist ein kleiner ironischer Seitenhieb auf die nicht selten verwässerten Vertreter dieses Bierstils. Als "Nachguss" wird beim Brauen das Wasser bezeichnet was beim Läutern verwendet wird um den nach dem Ablauf der "Vorderwürze" den letzten Zucker aus dem Malz zu waschen. Es gibt Geschichten aus dem Mittelalter in denen es heißt, dass aus der Würze eines Brautags 3 verschiedene Biere gebraut wurden. Beim Läutern, dem trennen von vermaischtem Malz (Treber) und dem flüssigen Teil, der Würze, läuft zunächst sehr zuckerhaltige Würze ab (Vorderwürze), nach einer Weile wird auf den Treber Nachgusswasser gegeben, die Ablaufende Würze wird immer dünner, hat also immer weniger Zucker bis fast keinen Zucker mehr. Die Würze wurde in 3 Fraktionen aufgeteilt stark, mittel und schwach. Aus der ersten wurde dann ein Starkbier gebraut, was meist den Mönchen einer Klosterbrauerei vorbehalten war. Aus dem zweiten Teil wurde ein Schankbier für die Gaststätten, und aus Fraktion drei ein Dünnbier mit meist nur 1 bis 2% Alkohol gebraut. Letzteres wurde in den Städten des Mittelalters anstelle von Wasser getrunken. Selbst Kinder bekamen es. Im Unterschied zum meist stark verkeimten Wasser der Flüsse war das Dünnbier wegen des Alkohols weitgehend keimfrei, also weit weniger gesundheitsschädlich als das Wasser. Die Geschichten dürften weitgehend der Wahrheit entsprechen, ob das Starkbier allerdings tatsächlich den Mönchen vorbehalten blieb ist nicht gesichert.
 ===== Die Obergärigen - Gibt es vornehmlich im Sommer ===== ===== Die Obergärigen - Gibt es vornehmlich im Sommer =====
  
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