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Die Biere

Die im folgenden beschriebenen Biere wurden bereits vor der Vereinsgründung kreiert und gebraut. Sie fließen ins Rezeptbuch des Vereins ein und bleiben dort vermutlich nicht alleine.Bier

Alle Biere sind entweder vollständige Eigenkreationen, basieren auf öffentlichen Rezepten - die allerdings deutlich verändert wurden, oder wurden auf Basis von Beschreibungen anderer Biere entwickelt.

Wer mit Bier automatisch Pils oder neuerdings Helles verbindet, wird in der nachfolgenden Liste (bisher) vergebens suchen. Bier ist weitaus vielfältiger als Getränkemarktregale suggerieren. Pils uns Helles sind nur zwei Bierstile von sehr vielen und die Vielfalt ist es, die Bier ausmacht. Entsprechend versuchen wir Vielfalt zu leben und unterschiedlichste Bierstile zu brauen.

Unsere Biere sind ungefiltert. D.h., je nach Sorte und Reifedauer sind sie mehr oder minder naturtrüb. Das ist kein Fehler, sondern so beabsichtigt. Bier ist (sollte) ein Naturprodukt (sein). Hefe und andere Trübstoffe sind ein Teil des Produkts, sie auszufiltern dient lediglich der Optik, ist aufwändig und macht (teils zweifelhafte) Hilfsmittel zur Filterung erforderlich.

Der Begriff Craftbeer, manche schreiben auch Craft-Bier, wird inflationär verwendet, teils um ein Bier zu würdigen und teils um eine ganze Szene zu schmähen. Oft, ohne dass diejenigen, die den Begriff verwenden sich Gedanken darüber machen, was er eigentlich bedeutet.

Dass Beer lediglich das englische Wort für Bier ist, dürfte klar sein. „Craft“ in diesem Zusammenhang steht erst einmal einfach nur für „Handwerk“, Craftbeer meint also nichts anderes als „handwerklich gebrautes Bier“ und steht damit für das Gegenteil industriell gebrauter Biere. Der Begriff impliziert nicht das Ignorieren des Reinheitsgebots per se, wie manch einer behauptet.

Viel mehr trägt der Begriff dem Rechnung wofür ein handwerkliches Produkt steht, etwa für Variationen ein und desselben Produkts bei jeder Fertigung. Beim handwerklichen Bierbrauen werden Malz, Wasser und Hopfenmengen nicht per Computer immer exakt gleich dosiert, es kommt zu Schwankungen von Brautag zu Brautag. Auch und vor allem der Hopfen unterliegt hinsichtlich Aromen und Bitterstoffgehalt, genau wie die Weintraube, jährlichen, respektive klimatischen Schwankungen. Ein Bier welches Jahr für Jahr gleich schmeckt, ist eigentlich ein Widerspruch in sich. Es sei denn man setzt auf voll durchindustrialisierte Prozesse und setzt etwa Hopfenextrakt anstelle von frischem Hopfen oder Hopfen-Pellets ein.

Die Frage die sich jeder Biertrinker stellen sollte ist: „Was will ich?“ Immer das gleiche Industrieprodukt oder ein lebendiges handwerklich gebrautes Bier, also ein Craftbeer. Ich (Stefan) mag den Begriff auch nicht. Anglizismen finde ich oftmals nervig, allerdings gibt es keinen einfachen deutschen Begriff für „handwerklich gebrautes Bier“. Schade eigentlich, dass nicht einfach der Begriff „Bier“ dafür steht und man für alles andere „Industriell gefertigtes Getränk auf Basis von Malz- und Hopfenauszügen“ sagen müsste.

Typ fränkisches Rotbier
Gärtyp untergärig
Stammwürze 13,5°P
Bittere 22 IBU
Farbe 30 EBC / Kupfer
Alkohol 5,2%vol

Malze: Wiener Malz, Münchner Malz Typ2 und Melanoidinmalz.

Hopfen: Magnum, Hallertauer Mittelfrüh, Spalter Select und ein wenig Mandarina Bavaria.

Hefe: Fermentis Saflager W-34/70

Traditionelle fränkische, respektive Nürnberger Rotbiere sind eine sehr leckere regionale Spezialität. Diese nachzubrauen bzw. zu interpretieren ist mehr als einen Versuch wert. Das ist leider weit schwieriger als gedacht, vor allem da sich die bekannten Vorlagen von Tucher, von Schanzenbräu, der Veldensteiner Brauerei oder vor allem der Nürnberger Hausbrauerei im Altstadthof so deutlich voneinander unterscheiden, dass es schwierig ist seine eigene Vorliebe zu finden und es hinzubekommen.

…nach ein paar Versuchen ist „Valentinus“ zu einem sehr leckeren Bier geworden.

Wenn man beim Brauen aufgrund leicht chaotischer Zustände einfach mal 30% der gesamten Malzschüttung vergisst, wird natürlich was anderes daraus… So geschehen, bei unserem ersten Braugang auf der neuen Anlage. Getreu dem Motto „Bier wird's immer“ haben wir den Sud aber nicht verworfen. Klar, dass der Sud unter diesen Bedingungen nie die gewünschte Stammwürze erreicht. Um dies ein bisschen abzufangen, haben wir den Nachguss reduziert und den Kochprozess um 30 Minuten verlängert. Ergebnis 95 statt 110 Liter und eine erreichte Stammwürze von 11,5°P, genug um ein vernünftiges Bier zu ergeben.

Nach der Hauptgärung ließ sich abschätzen was daraus werden wird. Es ist aufgrund der reduzierten Menge deutlich herber und hopfiger als das Original und es kommt gerade mal auf ca. 4,5 %vol. Alkohol. Damit haben wir zwar das Ziel ein zur Jahreszeit passendes malzbetontes Bier zu brauen verfehlt, lecker und ausbaufähig ist das Ergebnis allemal. Also, möglicherweise entwickelt sich das „Valentinchen“ zum eigenen Rezept.

Musikempfehlung beim Brauen: Nina Hagen Band - Live Rockpalast 1978

Typ Red Ale
Gärtyp obergärig
Stammwürze 13,5°P
Bittere 39 IBU
Farbe 29 EBC / Kupfer
Alkohol 5,3%vol

Bier kann so schön seinMalze: Wiener Malz, Karamellmalz rot, Melanoidinmalz, Karamellmalz Böhmisch

Hopfen: Ekuanot, Mandarina Bavaria, East Kent Goldings, Amarillo

Hefe: Craft Series M44 US Westcoast oder LalBrew Nottingham Ale

Die Idee zu „ad Scotis“ entstand aus der Vorliebe zu roten Bieren. Während viele der hellen Pale Ales ein deutliches Zitronenaroma aufweisen, war hier die Idee den spannenden Hopfen Mandarina Bavaria in den Mittelpunkt zu stellen. Klar, dass es farblich passen muss und statt goldgelb eher rot-orange leuchtet. ad Scotis war die erste vollständige Eigenkreation und gleich der zweite Versuch überhaupt ein Bier zu brauen. Hätte schief gehen können, ist es aber nicht. Der Name geht natürlich auf die Herkunft aus Schotten zurück.

Ein Versuch mit der Hefe Fermentis SafAle US-05 ist gründlich in die Hose gegangen. Vermutlich aufgrund zu hoher Gärtemperatur überdeckten fruchtige Ester-Noten (Erdbeer, Himbeer) die eigentlich erwünschten Aromen nach Mandarinen bzw. Zitrusfrüchten der eingesetzten Hopfen Mandarina Bavaria und East Kent Goldings.

Das Rennbier, also das Bier welches der Verein auf dem Historic Grand Prix des Motorsportclubs Schotten ausschenkt, ist eine Variation von ad Scotis. Aufgrund der Tatsache, dass es in einer reinen Bio-Brauerei gebraut wurde und wird, mussten wir die Zutaten anpassen. Es dürfen eben nur Rohstoffe in Bio-Qualität durch die Brauanlage. Nicht in Bio-Qualität erhältlich sind (derzeit) das Böhmische Karamellmalz und der Hopfen „East Kent Goldings“.

Das Malz wird einfach durch die Erhöhung des Anteils an rotem Karamellmalz ersetzt, dadurch wird das Bier etwas heller (24 EBC). Geschmacklich wird das nicht auffallen.

Beim Hopfen sieht das anders aus. East Kent Goldings hat ein so einmaliges Geschmacksprofil, dass er nicht und auch nicht annähernd ersetzt werden kann. Statt East Kent Goldings wird beim Rennbier Hallertauer Perle eingesetzt, allerdings in geringerer Menge. Erhöht wird dagegen der eigentlich wichtigste Hopfen des Bieres Mandarina Bavaria. Noch wissen wir nicht, wie es wird…

Musikempfehlung beim Brauen: The Alarm - Live im Rockpalast 1984 / Loreley

Braudaten Rezept
Typ Dampfbier
Gärtyp obergärig
Stammwürze 13,5°P
Bittere 22 IBU
Farbe 21 EBC / Bernstein
Alkohol 5,5%vol

Malze: Wiener Malz, Münchner Malz Typ 1, Karamellmalz hell

Hopfen: Magnum, Hallertauer Mittelfrüh, Spalter Select

Hefe: LalBrew Munich Classic Wheat

Ein Dampfbier zu brauen war quasi ein Muss. Schottens frühere Brauerei war, wie Recherchen ergaben eine Dampfbierbrauerei (…was sich als Irrtum herausstellte - siehe unten). Dampfbier, das Weizenbier der armen Leute, geht letztlich auf das Reinheitsgebot zurück. Das Reinheitsgebot erlaubt nur Gerstenmalz im Bier. Hintergrund war vor allem den „wertvolleren“ Weizen dem Brotbacken vorzubehalten. Trotzdem war es erlaubt Weizen in gewissen Grenzen auch zum Bierbrauen zu verwenden. Das dabei entstandene Weizenbier war wegen des Weizens teurer als reine Gerstenbiere und galt somit als das „bessere Bier“. Nicht jeder konnte sich das leisten. Irgendwann kam ein Brauer auf die Idee ein Gerstenbier zu brauen und sich dafür Hefe aus einer benachbarten Weizenbierbrauerei zu besorgen. Die Gärung seines Bieres lief so heftig ab, dass über dem Gärbottich eine Gischt aus zerplatzenden Gasblasen entstand und den Gärraum in einen Nebel hüllte, daraus entstand der Name Dampfbier. Geschmacklich kommt es einem Weizenbier recht nahe.

Bei bisher allen Suden lief neben der alkoholischen Gärung auch eine Milchsäure-Gärung ab, die dem Bier eine leicht säuerliche Note gegeben hat. Das hat dem Bier aber nicht geschadet. Gerade im Sommer macht die leichte Säure das Bier zu einem sehr erfrischenden Getränk.

Der Irrtum

Eine alte Postkarte der Stadt Schotten aus dem Jahr 1888, auf der die nicht mehr existierende Brauerei Schmidt aus Schotten abgebildet ist, war untertitelt mit „Dampf-Bierbrauerei Schotten“. Mich hat der Trennstrich irritiert, er ist an der falschen Stelle. Wäre das ein Hinweis darauf, dass dort Dampfbier gebraut wurde, dürfte es gar keinen Trennstrich geben oder sich zwischen „Bier“ und „Brauerei“ befinden sollen. Aus einem ähnlich alten Text aus Schotten, in dem es um elektrische Straßenbeleuchtung am (ebenfalls nicht mehr existierenden) Bahnhof ging, stand etwas von einem Dynamo in der nahe gelegenen Brauerei. Daraus lässt sich schließen, dass die Brauerei über eine Dampfmaschine mit Generator verfügte, der die Brauerei und den Bahnhof mit Strom versorgte.

Allerdings war es so, dass Brauereien, die über eine Dampfmaschine verfügten ihr Bier ebenfalls als Dampfbier bezeichneten. In diesem Fall aber um auf Ihre moderne Technik hinzuweisen.

Musikempfehlung beim Brauen: B52's - Capitol Theater Live 1980

Braudaten Rezept
Typ Amber Ale
Gärtyp obergärig
Stammwürze 12,5°P
Bittere 40 IBU
Farbe 17 EBC / heller Bernstein
Alkohol 4,8%vol

Malze: Wiener Malz, Pale Ale Malz, Karamellmalz rot

Hopfen: Columbus, Hallertauer Perle, Deutsche Cascade

Hefe: Craft Series M44 US Westcoast

Die Idee zu diesem Bier entstand mit dem Versuch einen typischen Pilstrinker davon zu überzeugen, dass auch andere Biere schmecken können. Das Bier betont weniger die fruchtigen Noten der eingesetzten Hopfen. Es treten die grasigen, kräutrigen Noten in den Vordergrund. Es ist knackig herb und erfrischend. Leider stellte sich heraus, dass es einfacher ist einen Rotweintrinker zum Biertrinker zu bekehren als einen Pilstrinker. ;-)

Bisher waren alle Sude so gut, dass das Bier zum heimlichen Star unter den Rezepten geworden ist. Inzwischen konnten damit auch erste Pilstrinker bekehrt werden.

Musikempfehlung beim Brauen: The Offspring - Live

Typ Märzen
Gärtyp untergärig
Stammwürze 13,2°P
Bittere 24 IBU
Farbe 20 EBC / Bernstein
Alkohol 5,3%vol

Malze: Wiener Malz, Karamellmalz rot

Hopfen: Tettnanger, Magnum

Hefe: Fermentis Saflager W-34/70

Die Biere der Veldensteier Brauerei im fränkischen Neuhaus an der Pegnitz sind durchwegs lecker. Leider sind sie hier im hessischen Outback nur schwer zu bekommen. Trotzdem hat sich schon das eine oder andere Veldensteiner Bier hierher verirrt. Darunter auch das Veldensteiner Frühjahrsmärzen. Ein sehr erfrischendes, vollmundiges Bier von überraschend rötlicher Farbe. Leider ist es eine saisonale Spezialität, die genauso schnell aus den Regalen eines hiesigen Getränkehändlers verschwindet wie es auftaucht. Daher die Idee ein vergleichbares Bier selbst zu brauen.

Im direkten Vergleich mit dem Veldensteiner Frühjahrsmärzen ist 1 Quarter vollmundiger, würziger und trotzdem überraschend spritzig.

Kommentar eines Eventmarkt-Besuchers: „Das beste Bier was ich jemals getrunken habe.“ Solches Lob geht runter wie Öl.

Musikempfehlung beim Brauen: Led Zeppelin Live - Celebration Day

Typ Altbier
Gärtyp obergärig
Stammwürze 12,0°P
Bittere 45 IBU
Farbe 37 EBC / rotbraun
Alkohol 4,9%vol

Malze: Pale Ale Malz, Münchner Malz Typ 2, Wiener Malz, Weizen-Röstmalz

Hopfen: Spalter Select, Hallertauer Perle, Hallertauer Mittelfrüh

Hefe: Gozdawa Old German Altbier 9

Altbier, früher nicht selten die erste Biererfahrung die nicht Pils oder Export war. Ich (Stefan) kann mich erinnern, dass es früher in unseren Kneipen reichlich verschiedene Altbiere gab. Über die Jahre verschwanden die meisten Sorten, übrig blieb - fernab von Düsseldorf - fast nur Diebels Alt. Nicht, dass es nicht schmecken würde, allerdings fällten Freunde aus Düsseldorf darüber ein vernichtendes Urteil. Zitat: „Das ist doch kein Alt“. Da man ja nicht dauernd in Düsseldorfs Altstadt rumlungern kann, um „echte“ Altbiere zu trinken, muss es eben selbst gebraut werden. Beeinflusst ist unser Alt durch Beschreibungen (ohne es je getrunken zu haben) des in Düsseldorf sehr beliebten „Uerigen“. Und natürlich ist es naturtrüb, eine Gemeinsamkeit mit dem sensationellen Bolten Uralt. Ergebnis: Es schmeckt!

Ein zweiter Versuch ist „merkwürdig“ gelaufen. Die Hopfengaben wurden nach hinten, also in Richtung Aroma verschoben und der Hefe ihre untere Grenztemperatur von 12°C zugemutet. Die Hauptgärung dauerte gut 4 Wochen und das Bier hatte immer noch eine deutlich wahrnehmbare Restsüße. Es schmeckt, wirkt aber weniger wie ein knackiges Alt. Daher kam die Idee ein „Queen Mamm Oaked“ zu kreieren. Abfüllt in Literflaschen und naturbelassenes Eichenholz in Form kleiner Stäbchen hinzu gegeben, war das Ergebnis nach 4 Wochen Reifezeit spannend. Die Idee mit dem Eichenholz ist ausbaubar.

Musikempfehlung beim Brauen: Die Toten Hosen - Live Rock am Ring

Wegen möglicher markenrechtlicher Probleme haben wir das Bier von „Bohemian Rhapsody“ in „Böhmische Dörfer“ umbenannt.

Typ Böhmisches Lager
Gärtyp untergärig
Stammwürze 13,0°P
Bittere 35 IBU
Farbe 39 EBC / rotbraun
Alkohol 5,0%vol

Malze: Wiener Malz, Böhmisches Tennenmalz, Karamellmalz böhmisch

Hopfen: Aurora (und/oder Fuggle), Hallertauer Perle, Saphir

Hefe: LalBrew Diamond Lager

Zu den traditionellen roten Bieren zählen die Böhmischen Lagerbiere, wie etwa das Prager Staropramen Granat. Wenn man rote Biere mag, gehört es einfach ins Repertoire. Der Bierstil „Böhmisches Lager“ ist nicht eindeutig definiert, Biere die sich so nennen sind von bernsteinfarben bis braun, auch einige typische Czechische Pilssorten werden als „Böhmisches Lager“ bezeichnet. Da spricht auch nichts gegen, da der Begriff Lager eigentlich nur für eine untergärige Brauart steht.

Basis der Eigenkreation sind die Informationen zum "Böhmischen" von Michaeli Bräu. Wie nahe ich der Vorlage gekommen bin, keine Ahnung. Jedenfalls schmeckt es vollmundig, würzig und passt hervorragend zum Sonntagsbraten.

Am Rezept wird aber immer noch getüftelt. In der neuesten Variante wird Böhmisches Tennenmalz hinzugefügt, die Hopfengaben wandern im Kochprozess nach hinten (mehr Hopfenaromen) und es wird mit LalBrew Diamond Lager eine geschmacklich etwas neutralere Hefe eingesetzt. Ein Teil des Aurora-Hopfens wurde spontan durch die Sorte Fuggle ersetzt.

Die Farbe des „Böhmische Dörfer“ ist etwas dunkler geraten als vergleichbare Biere, eventuell drehen wir da auch noch ein bisschen dran.

Musikempfehlung beim Brauen: Queen - Live in Budapest 1986

Typ Red Ale - SMASH
Gärtyp obergärig
Stammwürze 12,0°P
Bittere 42 IBU
Farbe 38 EBC / rotbraun
Alkohol 5,5%vol

Malze: Best Red X

Hopfen: Citra

Hefe: LalBrew Nottingham Ale oder Craft Series M44 US Westcoast

Der Simbel (hessisch für Depp, Idiot, einfach gestrickter Zeitgenosse) ist ein SMASH-Bier. SMASH steht für „Single Malt and Single Hop“, also nur ein Malz und ein Hopfen. Bei einer persönlichen Vorliebe für rote Biere, lag es nahe als Malz auf Best Red X zu setzen. Das Ergebnis ist ein fruchtig, herb-frisches Sommerbier. Die Farbe, die das Best Red X Malz dem Bier verleiht, ist ein Traum.

Musikempfehlung beim Brauen: The Clash - Sandinista Live

Typ Irish Red Ale
Gärtyp obergärig
Stammwürze 12,3°P
Bittere 23 IBU
Farbe 37 EBC / rotbraun
Alkohol 4,7%vol

Malze: Pale Ale Malz, Karamellmalz rot, Karamellmalz hell, Röstgerste

Hopfen: East Kent Golding, Fuggle

Hefe: LalBrew Nottingham Ale

Nicht annähernd so traditionell wie ein untergäriges Nürnberger Rotes (14. Jh.) ist das obergärige irische Rote (19 Jh.), aber dank der Marketing-Fähigkeiten der Guinness Brauerei weitaus bekannter. Erstmals gebraut in der Smithwicks Brauerei im irischen Kilkenny, ist es auch über Irlands Küste hinaus bekannt. Der große Unterschied zu anderen Red Ales ist der Hopfen. In Irland bzw. vermutlich in ganz Groß-Britanien gab es zwischen 1830 und 1862 eine Hopfensteuer, die Hopfen teuer machte und zu recht zu dessen sparsamer Verwendung durch die Brauer führte. Der Hopfen ist allerdings die Zutat, die ein Bier angenehm bitter macht. Der Trick um ein hopfenarmes Bier herb zu machen ist die Zugabe von Röstgerste. Die Röstgerste gibt dem Bier ein leicht nussiges Aroma. Freckles rundet die rote Palette um einen Klassiker ab.

Musikempfehlung beim Brauen: U2 - The unforgetable Fire Live in Dortmund 1984

Hier werden Biere beschrieben, die sich in der Rezeptentwicklung befinden. Sie wurden entweder noch gar nicht, oder nur testweise auf unserer kleine 35 Liter Anlage gebraut.

Typ New England IPA
Gärtyp obergärig
Stammwürze 15,0°P
Bittere 50 IBU
Farbe 17 EBC / rotbraun
Alkohol 6,2%vol

Malze: Maris Otter, Pale Ale Malz, Karamellmalz hell, Melanoidin Malz, Haferflocken

Hopfen: Columbus, Citra, Galaxy, Mandarina Bavaria

Hefe: Mangrove Jacks M36

New England IPAs ist ein recht junger Bier-Stil, der sich als Unterstil zu East Coast IPAs etabliert hat. Wer zum ersten Mal ein solches Bier im Glas vor sich sieht glaubt vermutlich, dass er einen natürtrüben Orangen- oder Multivitaminsaft vor sich hat. Auch daran zu riechen ändert an diesem Eindruck vermutlich nichts. Ursache dafür sind natürlich keine Früchte die dem Bier zugegeben wurden, sondern die ausnahmslos fruchtbetonten Hopfensorten. Dass Biere dieses Typs auch über einen längeren Zeitraum trüb bleiben und sich im Mund auch viskos wie ein Fruchtsaft anfühlen, liegt wiederum an den der Maische zugegebenen Haferflocken. Der hohe Wert an Bittereinheiten lässt ein sehr trockenes, knackiges Bier vermuten. Im Unterschied zu den wesentlich populäreren WestCoast IPAs ist dass aber durch die verwendeten Hopfensorten, die verwendete Hefe und auch die Haferflocken nicht der Fall. Die Fruchtigkeit hebt die Bittere ein gutes Stück wieder auf.

Erste Einschätzung gegen Ende der Nachgärung: Farblich ist das Bier nicht ansprechend, es ist schlicht zu hell. Die durch die Haferflocken im Bier gehaltene Trübe macht das ganze bei 17EBC zu einer blassgelben milchigen Brühe. Nicht schön. Ob es an der fehlenden Kalthopfung liegt lässt sich noch nicht sagen, aber 50 IBU Bittere scheinen zu viel. Beim zukünftigen Versuch wird das vermutlich reduziert und definitiv eine Kalthopfung vorgenommen.

Musikempfehlung beim Brauen: Fisher-Z - Rockpalast 2016

Typ Weizenbier
Gärtyp obergärig
Stammwürze 13,0°P bis 13,5°P
Bittere 18 bis 22 IBU
Farbe 18 bis 24 EBC / goldgelb, Bernstein
Alkohol 5,0%vol

Malze: Wiener Malz, Gelbweizenmalz, Weizenkaramellmalz

Hopfen: Mandarina Bavaria

Hefe: LalBrew Munich Classic Wheat

GelbDas Besondere an diesem Bier ist das selbst hergestellte Malz aus historischem Gelbweizen. Dabei handelt es sich um eine sehr alte Weizenart, die fast ausschließlich zur Arterhaltung angebaut wird. Damit gebackenes „Weißbrot“ ist eher gelb gefärbt. Die Farbe macht sich auch beim Bier bezahlt. Ursache für die Farbe sind Carotine (Provitamin A), die im Körper in Vitamin A umgewandelt werden. Das bedeutet zwar nicht, dass das daraus hergestellt Bier als Medizin durchgeht, schaden kann ein bisschen Vitamin A aber auch nicht.

Am Rezept wird noch gearbeitet, auch wenn der erste Versuch schon unglaublich lecker ist.

Dieses Bier wird allerdings immer eine Rarität sein. Wir werden das Malz nie in einer großen Mälzerei herstellen lassen. Mit einem gewöhnlichen Dörrautomat kommen wir nur auf 3kg Malz je Durchlauf, dass genügt gerade einmal für 20 bis 25 Liter Bier.

Geplant ist in Zusammenarbeit mit regionalen Imkern ein Honigbier zu brauen.

Auf vielfachen Wunsch bemühen wir uns auch mal um ein Pils.

Typ Export
Gärtyp untergärig
Stammwürze 13,0°P bis 13,5°P
Bittere 28 bis 30 IBU
Farbe 13 bis 17 EBC / strohgelb bis goldgelb
Alkohol min. 5,0%vol

Malze: Wiener Malz, Karamellmalz Pils

Hopfen: Magnum, Hallertauer Mittelfrüh, Perle

Hefe: LalBrew Diamond Lager

Wer Pils sagt, muss auch Export wagen.

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  • Zuletzt geändert: 2024/04/14 12:08
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